Wer ist Martina und was liest sie so?

Wer ist Martina und was liest sie so?

Hallo, ich bin Martina, und ich darf seit Anfang Jänner 2026 das Seeseiten-Team verstärken. Bis jetzt fühle ich mich sehr wohl hier.😊

Ich habe keine Erinnerung daran, lesen gelernt zu haben, aber da ich es kann, muss es wohl der Fall gewesen sein. Jedenfalls bedeutete Lesen für mich immer schon Entspannung. In meiner Kindheit habe ich mich durch die typischen Kinderbücher der 1970er und frühen 1980er-Jahre gelesen (darunter Mira Lobe, Christine Nöstlinger, Astrid Lindgren, Renate Welsh, Käthe Recheis und noch viele mehr). Unvergessen sind Titel wie Das kleine Ich bin Ich, Die Kinder aus Bullerbü, und später dann Gretchen Sackmeier.

Ich wanderte im Wochenabstand gemeinsam mit einem Schulkollegen zur städtischen Bücherei, um frischen Lesestoff zu holen. Außerdem borgte ich mit meinen Geschwistern, meinen Freundinnen und meiner Cousine fleißig Bücher hin und her, um meinen Lesehunger zu stillen.

Nicht nur einmal beschwerte ich mich am zweiten Weihnachtsfeiertag bereits bei meinen Eltern, dass ich nichts mehr zu lesen hätte, obwohl ich zu Weihnachten erst fünf oder sechs Bücher bekommen hatte. Die hatte ich aber schon ausgelesen. Da mir nicht geglaubt wurde, dass ich sie schon gelesen hatte, wurde ich eingehend über den Inhalt derselben befragt. Ich bestand diesen Test jedes Mal!

Die besonders bei Mädchen beliebten Pferdebücher (Black Beauty, Bille & Zottel …) hielt meine Mutter für Volksverblödung, worauf ich auch diese von Freundinnen ausborgte, um sie in der Schule unter der Bank zu lesen. War ja viel interessanter als der Unterricht …

Mit etwa 14 oder 15 Jahren hatte ich eine Agatha-Christie-Phase, in der ich alle Bücher von ihr las, die in der Städtischen Bücherei zu finden waren. Meine Favoriten sind noch immer 16:50 ab Paddington, Mord im Orientexpress und Tod auf dem Nil.

Mittlerweile lese ich noch immer sehr gerne Krimis – besonders skandinavische! Aber ich lese auch gerne viel anderes, also quasi quer durch den Gemüsegarten …

Als meine Matura näher rückte, musste ich überlegen, was ich danach machen will. Was lag also näher als ein Job mit Büchern. Also begann ich drei Monate nach meiner AHS-Matura mit der Lehre zur Buchhändlerin – in verkürzter Lehrzeit von einem Jahr.

Seitdem vergingen mehr als 30 Jahre, in denen ich meine Begeisterung für Bücher und das Lesen in verschiedenen Buchhandlungen an die Menschen weitergeben konnte.

Hier in den Seeseiten betreue ich die Kinder- und Jugendbücher. Ein paar meiner Lieblingsbücher:

Leo Lionni, Frederick: Die Geschichte der Maus Frederick, die nicht wie alle anderen Mäuse essbare Vorräte für den Winter sammelt, sondern Kraftquellen der anderen Art, kennen wahrscheinlich

die meisten. Ich finde sie so wunderbar, weil sie so ruhig ist und macht, und weil sie wie Balsam auf der Seele ist.

Antja Damm, Der Besuch: Dieses Buch ist total genial! Elise wohnt ganz allein und zurückgezogen in ihrer ziemlich farblosen Wohnung. Eines Tages segelt ein Papierflieger durchs Fenster, und plötzlich kommt ein kleines bisschen Farbe in ihr Leben … Besonders die Illustrationen sind hier etwas ganz Besonderes!

Franz S. Slenitzka, Drachen haben nichts zu lachen: Ottokar von Zipp ist Ritter und liebt Drachen. Wie könnte er dafür sorgen, dass die Drachenjagd verboten wird? Sein Freund Archibald Exeter, seines Zeichens Minnesänger, hat die zündende Idee: Ottokar muss an einem Turnier teilnehmen und gewinnen! Der Sieger darf sich nämlich etwas wünschen. Also gilt es, Ottokar rechtzeitig turnierfit zu machen … Eindeutig die lustigste Rittergeschichte, die ich je gelesen habe! (So lustig, dass ich sie meinen Freundinnen in Fortsetzungen in den Adventkalender geschrieben habe – mit der Hand!)

Ursula Poznanski, Thalamus: Nach einem schweren Unfall und einem langen Krankenhausaufenthalt soll sich Timo in einer Reha-Klinik erholen. Doch irgendwas geht dort nicht mit rechten Dingen zu. Er versucht, der Sache auf den Grund zu gehen – schwierig, wenn man in seiner Beweglichkeit noch ziemlich eingeschränkt ist …  Mega spannend und aufregend! Poznanski schreibt selbst im Nachwort, dass dies eine Geschichte ist, die so jetzt noch nicht möglich ist, aber in der Zukunft vielleicht doch möglich sein könnte.

Was mich, abseits meiner Begeisterung für Bücher und das Lesen, sonst noch ausmacht, sind meistens gute Laune, eher bunte Kleidung und auf jeden Fall bunte Socken – oft sogar zwei verschiedene. Schließlich hat sogar Friedensreich Hundertwasser immer zwei verschiedene Socken angehabt. 😊