Maria empfiehlt – Lass uns noch mal los

Maria empfiehlt – Lass uns noch mal los

Susanne Matthiessen, Ullstein Verlag

1980er-Jahre, Berlin-Kreuzberg: Susanne ist Teil der feministisch-anarchischen Szene. Ihre Freundinnen und sie lehnen das Spießbürgertum ab, leben wild und unkonventionell. Jahrzehnte Jahre später wohnen einige von ihnen immer noch gemeinsam in ihrer WG und sind füreinander da – spüren aber auch, welche sozialen und gesundheitlichen Spuren ihr Lebensstil hinterlassen hat.

Das Viertel, in dem sie leben, hat sich stark verändert; die Mieten sind explodiert und die Subkulturen verschwunden. Unterkriegen lassen sich die alten Damen allerdings nach wie vor nicht und ziehen noch mal los. Am Ende zerbrechen sie sich den Kopf darüber, wo sie die Leiche am sichersten verstecken könnten. Doch das kommt ihnen gar nicht ungelegen – lenkt es sie doch ein wenig ab vor der Angst vor Altersarmut und Wohnungsnot. Und von der Frage, was eigentlich aus ihren Idealen geworden ist.

Die Autorin Susanne Mathiessen, Jahrgang 1963, widmet sich als Journalistin gesellschaftspolitischen Themen und wurde mit ihrem Debutroman „Ozelot und Friesennerz“ über ihre Kindheit und Jugend auf der Nordseeinsel Sylt bekannt. Bei aller Ironie, Absurdität und Überzeichnung der Handlung lässt sie in „Lass und noch mal los“ durchscheinen, mit welchen Problemen die jungen Rebellinnen von damals im fortgeschrittenen Alter zu kämpfen haben. Ein anregendes, kurzweiliges und schwarzhumoriges Buch.

-Maria

Lass uns noch mal los

von Susanne Matthiessen

Ullstein Verlag