Johannes empfiehlt – Darkly

Johannes empfiehlt – Darkly

Marischa Pessl, Insel Verlag

Vier Bücher hat Marisha Pessl bisher veröffentlicht. Als ich Anfang der 2010er-Jahre ihr Debüt „Die alltägliche Physik des Unglücks“ in die Finger bekommen habe, war ich sofort bezaubert. Eine Nerd-Heldin, ein Literatur-Freak, ein Mord und unzählige Referenzen, Zitate und Anspielungen. „Die alltägliche Physik des Unglücks“ war pure Freude.

Umso glücklicher war ich, jetzt das Leseexemplar von „Darkly“ in die Finger zu bekommen, Pessls Brettspiel-Mystery-Novel, die im Insel Verlag als Fantasy für Jugendliche erschienen ist. Ich habe mich sofort darauf gestürzt. Zum Glück gibt es nach oben hin keine Altersbeschränkungen – und prompt bin ich mit einem modernen „Charlie und die Schokoladenfabrik“ belohnt worden.

„Darkly“ entführt uns in die Welt der mit Rätseln und Geschichten befüllten Brettspiele von Louisiana Veda, die mit ihrem Spiele-Imperium „Darkly“ das Brettspiel in den Rängen der jungen Generationen wieder salonfähig gemacht hat. Nach ihrem mysteriösen Tod ist es still geworden, bis die Veda-Stiftung überraschend sieben Praktikumsplätze international ausschreibt. Selbst ein großer Fan der Spiele, kann die 17-jährige Dia, Betreiberin und Herrin der viel zu überfüllten Antiquitätenhandlung ihrer Mutter, nicht anders, und beginnt eine Bewerbung, die prompt von einer ihrer über die Tastatur spazierenden Katzen abgeschickt wird. Was von da an passiert, ist eine herrlich nerdige, düster-spannende, schaurig-schöne Geschichte rund um das eine verschollene Spiel, das Vermächtnis der Louisiana Veda, das kurz vor ihrem Tod gestohlen wurde, eine höchst unterschiedliche Gruppe von Jugendlichen und eine alte Fabrik auf einer einsamen, vom Meer umtosten Insel. Cozy-Fantasy-Mystery-Wohlfühllektüre at its best. Meine Wahl für beste Lese-Entspannung für Leserinnen und Leser von 12 – 113.

Darkly

von Marischa Pessl

Insel Verlag