Emilie Empfiehlt:
Generation Glücklich
Jonathan Haidt, Zuckersüß Verlag
Generation Glücklich sieht auf den ersten Blick aus wie ein cooles Sachbuch für Jugendliche. Dabei ist es ein Buch, das ein Thema behandelt, das wahrscheinlich Eltern und sogenannte „Aufständische“ am meisten beschäftigt. Das Erste, das mich an dem Buch ansprach, war das fetzige Cover, und als ich dann sah, worum es geht, war ich sofort begeistert. Das Thema um den heutigen Umgang mit Smartphones und Bildschirmzeit ist gerade so aktuell wie noch nie, nicht nur bei Eltern.
Es beschäftigt mich schon seit einiger Zeit, vor allem, seit meine Schwester in die Schule geht und täglich in Kontakt mit Medien kommt. Ich habe selbst an meiner Bildschirmzeit gemerkt, wie viel meiner Lebenszeit ich eigentlich damit verbringe, auf Instagram und TikTok zu scrollen und auf Snapchat mit meinen Freundinnen und Freunden Videos austauschen und Selfies zu schicken. Diese Apps sind psychologisch so raffiniert gemacht, dass es lange dauern kann, bis man erkennt, welche Sucht man dafür entwickelt hat.
Die Autorin und der Autor erklären den Hintergrundgedanken der Tech-Industrie einfach, aber dennoch sachlich für jede Altersgruppe mit kurzen Comicstripsund der Darstellung von zwei unterschiedlichen Gruppen – die, die keine Smartphones oder nur Tastenhandys haben und die, die viel posten und ihre Zeit in der virtuellen Welt verbringen. Außerdem werden zwischen den Kapiteln einige Aufständische vorgestellt und dazu befragt, weshalb sie auf Soziale Medien verzichten oder sie nur sehr eingeschränkt nutzen.

Weiters hilft der Text dabei, sich selbst zu fragen, wie das eigene Handy einem nützen soll und zu welchen Anlässen ich es tatsächlich benötige. Mir hat es weiters noch verdeutlicht, dass junge Kinder meist gar keine Chance bekommen, zu entdecken, was die große weite Welt zu bieten hat, da die Eltern sie permanent beschützen wollen und ihnen schon im Volksschulalter ein voll funktionsfähiges Smartphone ohne große Absicherung in die Hand drücken, „Weil sie ja anrufen müssen, wenn was ist“. Es ist vielen Eltern gar nicht bewusst, welche Gefahren online für ihre Kinder lauern.
Mir hat das Buch gezeigt, dass die Welt so viel mehr zu bieten hat, als man denkt, weil der sogenannte „dritte Raum“, der damals das Stammcafé, der Park oder der Schulhof war, heute in den Sozialen Medien liegt. Die Leute „treffen“ sich in Chats, Foren oder im Videocall. Die Welt draußen fällt immer mehr weg und wird vergessen. Genau da greifen die Aufständischen ein und rebellieren dagegen, wollen den alten Raum wieder mit Leben und Lachen füllen.
Na, was sagt ihr? Rebellieren wir zusammen und gehören ab sofort zu den Aufständischen dieser Welt?

Generation Glücklich
von Jonathan Haidt
Zuckersüß Verlag
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