In kleinem Kreis – Miteinander reden im Lesekreis (ULLK)

In kleinem Kreis

Der Unterhaltungs-Literatur-LeseKreis hat zum ersten Mal getagt, gepflegt und manierlich haben wir uns mit zwei Lieblings-Büchern beschäftigt.

Für nicht Germanistinnen ist der Unterschied schwer zu verstehen, für Buchhändlerinnen auch. Maria könnte es euch wahrscheinlich erklären, mir persönlich fehlt da der fachliche Unterbau, um ernsthaft Bewertungen aussprechen zu können, ob etwas Unterhaltungsliteratur ist oder nicht und wenn nicht, was es dann ist und warum das überhaupt wichtig ist.

Kurz zum Inhalt: Die Frau Wimmer und der Matzinger sind ihres Zeichens Foto- und Journalist*in und sind mit einem 40 Jahre alten VW-Bus von Wien nach Floridsdorf und dann weiter nach China gefahren. Mit so gut wie keiner Scheu vor persönlichem Kontakt haben sie unglaubliche Gastfreundschaft (außer in China), unglaubliche Turbulenzen und unglaubliche Begegnungen erlebt.

(c) Seeseiten Buchhandlung

Die Kritikpunkte: Die sind schnell erzählt: Erstens hat einigen Leserinnen und Lesern des Kreises die persönliche emotionale Lagebeschreibung gefehlt, weil, es ist schwer vorstellbar, dass man 35000 KM mit dem VW-Bus fährt und immer entspannt ist, wobei mir persönlich das nicht so vorgekommen ist, der Ton ist aber immer sehr professionell und das kann natürlich über Instabilitäten hinwegtäuschen.
Zweitens haben sich viele von den Kolleginnen Leserinnen mehr Text von der Frau Wimmer gewünscht und, meiner Meinung nach ganz richtig angeprangert, dass ihr Name da nicht mit auf dem Cover war, wobei wir nicht wissen, warum.

Was uns Spaß gemacht hat: Alle miteinander durch die Bank und die Schaukelsessel haben super gefunden, dass den Autorinnen ein absolut untypischer, journalistisch erzählter Reiseroman gelungen ist, was bitte was ganz anderes ist, als ein Reisebericht, weil mehr Farbe. Die Eindrücke, die Erlebnisse, der Mut von Oliva und Lexus (danke China) und ihr Humor reißen dich geradezu durch das Buch. Die unkonventionelle und schwer in Worte zu fassende Reihung der erzählten Erlebnisse, das Drama und die Menschen, die wir kennenlernen fesseln ohne Unterlass, der Schmäh, mit dem Lukas die eigenen Eindrücke und Ideen schildert sind einzigartig, so einig waren wir uns alle. Eine Erzählung, die eine solche Offenheit und solchen Mut zum Kennenlernen transportiert, in einer Zeit, wo eines der wenigen durchgängigen Themen steigende Angst und steigender Hass ist, ist nicht nur ein Lesen sondern auch Weiterempfehlen wert. Zusammenfassend ist zu sagen, dass man sich über dieses Buch gar nicht genug freuen kann und wir bitte mehr davon wollen. Bitte folgt außerdem den Social-Media-Aktivitäten der beiden, hier hat jemand Diversifikation verstanden. Fazit: Grandioses Buch, grandiose Reise, grandios erzählt! „Ohne Kalaschnikow“ ist so das letzte kritische Statement, als Titel möglicherweise etwas reißerisch, dem entgegenzusetzen ist, wie sehr das Buch mitreißt.

(c) Seeseiten Buchhandlung