Maria empfiehlt:
Little Hollywood
Inga Hanka, Ecco Verlag
Inga Hankas „Little Hollywood“ ist einer dieser Romane, die man ganz entspannt weglesen möchte – um dann zu merken, dass man in etwas viel Größeres hineingeraten ist. Im Zentrum steht die 18-jährige Leo, die nach ihrem Schulabschluss Ende der 1990er-Jahre endlich hinaus will ins eigene Leben. Aber ist ihr Plan, Drehbuchautorin zu werden, realistisch? Und kann sie überhaupt einfach so gehen?

An Leo hängt eine traumatische Vergangenheit mit einem nicht mehr anwesenden, aber immer noch bedrohlichen Vater, einer überängstlichen, kontrollierenden Mutter und einem jüngeren Bruder, der sie mehr braucht, als sie sich eingestehen will. Ihr Zufluchtsort ist die Videothek „Little Hollywood“, wo sie ihren Hunger nach immer neuen Geschichten stillt und wo sie Jo trifft, der mit seiner direkten Art genau die Fragen stellt, denen Leo sonst ausweicht. Zwischen den beiden entsteht keine kitschige Romanze, sondern ein Raum, in dem sich beide nicht mehr verstecken müssen.
Die Autorin zeigt, wie subtil sich familiäres Trauma im Leben einnistet und erzählt all das mit einer Leichtigkeit, die nie oberflächlich wird. Ihr Roman hat mich spüren lassen, wie wichtig es ist, keine schnellen Antworten zu erwarten, sondern richtige Fragen zu stellen, um Stück für Stück weiterzukommen – auch wenn die Vergangenheit noch an einem zerrt.

Little Hollywood
von Inga Hanka
Ecco Verlag
