#19 Seeseiten imteam: Johannes über Evelyn

#19 Seeseiten imteam: Johannes über Evelyn

Halts zam!“ muss man der Evelyn nicht sagen –
wir halten nämlich zusammen, seit sie bei uns angefangen hat!

Ich hab, wie immer, keine Ahnung, wann das war, ich glaub im ersten oder zweiten Jahr der Seeseiten Buchhandlung. Aber irgendwann ist die Evelyn da gewesen, hat sich zur Kredenz gesetzt, Kaffee getrunken und gesagt, sie müsse nur kurz raus, ob das eh ok wäre. Sicher ist das ok. Und dann redest du miteinander. Was machst du? Was machst du? Was liest du gern. Emma war mit dabei, ein Baby damals. Irgendwann hab ich die kleine Emma dann auf dem Arm gehabt. Wer mich kennt, weiß, so lang Eltern und Kinder nicht zu viel Angst vor Bart oder Brille haben und das für Klein und Groß ok ist, wehr ich mich da normalerweise eh nicht, ganz im Gegenteil: Meistens fang ich dann an komische Geräusche zu machen (ich sag ja singen dazu, aber Teufel noch eins, da hab ich schon zahlreiche Bezeichnungen gehört).

Irgendwann hat die Evelyn dann begonnen, uns beim Remi zupfen zu helfen. Sie hat also Bücher, die an die jeweiligen Auslieferungen zurückgehen sollten, herausgesucht, verpackt und verschickt. So ungefähr, kann man es kurz zusammenfassen. Dann irgendwann hat die Evelyn, in ihrer Erfahrung als Buchhalterin, angefangen, die die Vorbereitung unserer Buchhaltung zu schupfen (wie wir das jemals in unseren Tagesablauf untergebracht haben, frag ich mich heute noch). Währenddessen hab ich die Emma kurzerhand zur Head of Costumer-Relations ernannt und sie in einem Kindersitz mit Kipferl, das Kipferl durfte keinesfalls fehlen, zu mir hinter die Kassa gesetzt. Die Evelyn hat eine Stunde gearbeitet und ich hab komische Geräusche machen können.

Emma kommt im September in die erste Klasse in den Bildungscampus und bisher konnte ich keinen langfristigen, durch die Geräusche entstandenen Schaden bei ihr entdecken, ganz im Gegenteil. Auch bei Iris nicht, weil als Evelyn schon ein Zeitl bei uns gearbeitet hat, da war auf einmal die Iris unterwegs, und Teufel noch eins, wenn das nicht zwei unglaubliche, großartige Kinder sind, dann weiß ich es auch nicht. Ich glaub nicht an viel, aber wenn ich an etwas fest glaube, dann, dass die Buchhandlung so geworden ist, wie sie ist, weil die beiden so viel Lachen in die Buchhandlung eingefüllt haben.

Worum‘s aber eigentlich geht, ist, dass die Evelyn auf einmal nicht mehr nur vorbereitet hat, auf einmal wars die Ablage. Auf einmal wars Ablage und Schulbuch und Buchhaltung. Und auf einmal Ausstellungen, Buchhaltung, Schulbuch, Ablage, Kommunikation, Samstagsvertretung, Schlüsseldienst, Einkäuferin. Ich weiß ja nicht, wie wir das früher alles selbst machen und unterbringen konnten. Was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass die Buchhandlung mit der Evelyn (mit ihren Kindern und ihrem Mann) gewachsen ist, dass die Evelyn die Buchhandlung Seeseiten, wie sie ist, mit aufgebaut hat und zusammenhält, mit einer Nachdrücklichkeit und Zuverlässigkeit, die es mir ermöglicht, inzwischen nachts das eine oder andere Auge zudrücken zu können. Danke!

Was sind deine aktuellen Lieblingsbücher?
T.J. Klune: „Das unglaubliche Leben des Wallace Price“
Lena Raubaum: „Oma Klack macht Schabernack“
C.K. McDonnell: „The Stranger Times“
Bernadine Evaristo: „Mr. Loverman“
Daniel Glattauer: „Die spürst du nicht“

Was ist das erste Buch, an das du dich erinnerst?
Mira Lobe: „Das kleine Ich bin Ich“

Wie würde deine Biografie heißen?
„Allen Widrigkeiten zum Trotz“


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